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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, in München und Hannover werden schon einmal Olympiastadion und Messegelände fit gemacht: Guns N’Roses berühren auf ihrer „Not In This Lifetime Tour“ tatsächlich deutschen Boden, nachdem sie nicht nur in den USA, sondern auch in Europa Millionen von Musikfreaks in Glückstaumel versetzt haben. Am 13. Juni wird es in München so weit sein, am 22. Juni folgt dann Hannover. Ein Blick auf eine Band, die ihren Fans schier den Atem raubt.

Die Konzerte mit der originalen Guns N’Roses-Crew, bestehend aus Axl Rose, Slash und Duff McKagan, finden unter freiem Himmel statt; der Presale startete bereits im Dezember. Bis zum Frühjahr 2016 sah es für diese Zusammenstellung jedoch noch düster aus, denn McKagan und Slash hatten sich bereits in den 90er Jahren von Leadsänger Axel getrennt – und das nicht gerade im Guten. Auf dem Coachella-Festival vor einem Jahr durften die Fans dann endlich der Wiedervereinigung beiwohnen, entsprechend grandios war die Stimmung! Die Mega-Band, deren Gründung mittlerweile mehr als 30 Jahre zurückliegt, hat ohnehin eine bewegte Geschichte hinter sich; fühlbar starke Musik trifft hier nicht rein zufällig auf ausnehmend exzentrische Charaktere.


(Quelle: You Tube)

Wer erinnert sich nicht gern an Gänsehautknaller wie »Paradise City«, »November Rain« und »Sweet Child O’ Mine«? Musik dieser Art lässt sich nur von Künstlern produzieren, die intensiv leben und starke Emotionen verarbeiten. Wer sonst hätte Bob Dylans »Knockin’ on Heaven’s Door« so grandios covern können, dass das Original für einen Großteil der Musikfans fast schon in Vergessenheit geriet?

Die Erfolgsstory begann allerdings eher mau, das Debütalbum der Band im Jahr 1987 verkaufte sich zunächst nicht besonders gut. Doch auf »Appetite For Destruction« folgten eine grandiose Tour und mehrere Single-Releases, die regelrechte Stammplätze im Radioprogramm eroberten. Das Album zog danach unerwartet stark an und erreichte nach etwa einem Jahr den Spitzenplatz der US Billboard Charts. Mit 30 Millionen Verkäufen gehört die heiße Rockscheibe inzwischen zu den Top-Bestsellern der gesamten Musikgeschichte. An diesem eher sanften Start, der einem atemberaubenden Spurt vorausging, wird wieder einmal deutlich, dass auch die beste Band erst einmal bekannt werden muss, um echte Erfolge zu erzielen. Damals wie heute stecken echte Merchandising-Profis hinter den genialen Musikern, die in beinahe jedem nutzbaren Medium unübersehbare Guns N’Roses-Spuren hinterlassen. Neben den obligatorischen Shirts haben längst putzige Vinylfiguren der Bandmitglieder, Schnapsgläser, Kopfhörer und Notizbücher den Markt erobert. Selbst in der Casino-Industrie hat die Band ihren digitalen Auftritt und in der analogen Bücherwelt finden sich zahlreiche Schriften über die Rockband des Jahrtausends. In den Rock ’N’ Roll Comics der späten Achtziger und frühen Neunziger spielten Guns N’Roses neben Frank Zappa und KISS eine wichtige Rolle.

 

Doch zurück zur einmaligen Karrierelaufbahn einer unnachahmlichen Rockband: Ab 1988 starteten Axl Rose und Co. durch wie eine Rakete, die Rekordseller „G N‘ R Lies“ sowie „Use Your Illusion I & II“ blieben allen Musikliebhabern unweigerlich im Gedächtnis haften. Und auch wenn »Live and Let Die« genau wie »Knocking on Heaven’s Door«, nur gecovert sind, gehören diese Songs aus der frühen Bandhistorie zu den Burnern der Musikgeschichte. Paul McCartney wird ganz bestimmt keinen Grund finden, sich über die fantastische Neu-Interpretation seines Werkes zu beschweren!

 

Nach Fertigstellung des Cover-Albums »The Spaghetti Incident« Ende 1993 kam es zum Bruch, nur Axl Rose blieb von der ursprünglichen Besetzung übrig. Erst Ende 2008, 15 Jahre später, durften die treuen Fans endlich wieder ein Guns N’Roses-Album in Händen halten. Hartnäckige Gerüchte kündeten bald danach von einer bevorstehenden Wiedervereinigung, doch niemand wusste, ob der Vater dieses Gedankens nur reine Wunschvorstellung wahr. Bis – ja, bis! – die jubelnden Massen in Indio, Kalifornien, sich vor Freude überschlugen: Drei große Musiker haben ihre Differenzen endgültig begraben und beehren uns wieder mit ihrem klangvoll derben Zusammenspiel, das längst Legende ist.

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Weltweit mehr als 100 Millionen verkaufte Musikalben sprechen wirklich für sich, doch allein das frenetische Publikum eines einzigen Live-Auftritts dürfte Zeugnis genug sein: Guns N’ Roses haben den Zenit ihrer Karriere längst nicht überschritten, sie verharren im Rockhimmel weiterhin auf oberste Stufe und weigern sich schlichtweg, ihre Position preiszugeben. Und warum sollten Sie auch? Da muss es schließlich erst einmal jemand besser machen!

Foto: Wikimedia

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