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Q: Warum heißt das Album „Divide”?

ED: „Divide“ ist dasdritte Album und ist…irgendwie hälfte-hälfte. Deutlich getrennt genau durch die Mitte – eine Hälfte besteht so ziemlich aus akustischen Sänger/Songschreiber Liebesballaden und die andere Hälfte bin ich am Ausprobieren anderer Dinge.

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Q: Warum rapst du mehr auf diesem Album?

ED: Auf dem letzten Album bin ich noch mit dem Rappen davongekommen, glaube ich – überraschender Weise. Deswegen fand ich, ich könnte es auf diesem etwas mehr machen. Ich dachte nie wirklich dass es passen würde, ein Solo Akustik-Sänger/Songschreiber zu sein.

Q: Woher kam die Idee, gleich zwei Singles rauszubringen?

ED: Ich habe gleichzeitig zwei Songs rausgebracht, weil…Ich weiß nicht, Ich glaube, wenn ich „Castle On The Hill“ veröffentlicht hätte wäre jeder davon ausgegangen, dass das Album so klingen würde wie „Castle On The Hill“ und anders herum für „Shape Of You“. Aber wenn man beide rausbringt…sie sind doch sehr unterschiedlich, musikalisch gesehen. Und ich denke mir, sollte ein Künstler von dem ich Fan bin zwei Songs gleichzeitig veröffentlichen, die sehr unterschiedlich sind, wäre ich sehr neugierig, das Album zu hören. Ich würde mich fragen: „Wie hört sich das Album an, wenn diese Songs komplett anders sind?“ Das war also irgendwie der Gedanke dahinter.

Q: Wie wichtig sind dir Chart-Erfolge?

ED: Es ist immer schön, wenn Songs erfolgreich sind, aber es geht nicht so sehr um diese ersten beiden, denn der erste Song den man rausbringt wird immer der erfolgreichste sein; das ist der, der gut aufgenommen wird. Sondern es geht darum, ob der dritte und vierte Song Hits sein können. Bei meinem letzten Album lief es so gut, weil die vierte Single „Thinking Out Loud“ und die fünfte Single „Photograph“ war und beide dieser Songs kamen so gut an wie die ersten, zweiten und dritten Singles, also kann man da praktisch drauf aufbauen. Jetzt zu sehen wie die Songs sich weltweit gut schlagen, „Shape Of You“ als Nummer eins; „Castle On The Hill“ als Nummer zwei – das ist toll, aber ich konzentriere mich darauf, die fünfte und sechste Single zu Hits zu machen, anstatt nur der ersten beiden, denn das ist am schwierigsten.

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Q: Es sind also viele Single-Hits auf dem Album?

ED: Möglicherweise gibt es jetzt sogar noch mehr Singles, denn „Castle On The Hill“ und „Shape Of You“ habe ich als die erste eingestuft, also quasi zwei-in-eins. Keine Ahnung, ich werde Singles veröffentlichen bis die Leute von mir gelangweilt sind, denn es gibt eine Menge auf diesem Album.

Q: Was sind die Geschichten auf „Divide”?

ED: Das Album selbst begann als eine Art rückblickendes Album über mich, meine Familie und meine Freunde, weil es einfach nichts Trauriges gab, worüber ich hätte schreiben können, wissen Sie? Ich befinde mich in einem guten Abschnitt meines Lebens, also kann ich nicht wirklich über Herzschmerz singen. Also habe ich mich anderer Inspiration bedient. In dem Album – bevor ich mehr Songs reingepackt habe die etwas herzschmerziger sind, schätze ich – ging es so ziemlich nur darum. Um Familie, um Freunde und auch um Herz, ja.

Q: Worum geht es in “Castle On The Hill”?

ED: “Castle On The Hill” – Der Song handelt von meiner Heimatstadt. Es ist eine Art Liebesbrief an sie, aber es geht auch um meine Freunde. Ich weiß nicht, ob Sie solche Freunde haben, aber ich habe überhaupt gar nichts mit meinen gemeinsam, abgesehen von unserer Heimatstadt und unserer Liebe füreinander. Jedes Mal wenn wir abhängen, fragt mich deswegen nie jemand was ich so getrieben habe; Ich frage niemanden was sie so getrieben haben. Wir machen einfach da weiter, wo wir aufgehört haben und reden über Unsinn. Ich schätze also es ist auch eine Danksagung an sie.

Q: Was sagen deine Freunde zu “Castle On The Hill”?

ED: Ich hatte diesen Song für ungefähr zwei Jahre und sie sind mein Hauptfreundeskreis, also sehe ich sie ständig. Sie haben ihn gehört als ich ihn noch schrieb, aber er gefällt ihnen sehr. Tatsächlich komme ich heute zurück in meine Heimatstadt, also werde ich herausfinden was die Leute die ich nicht kenne darüber denken.

Q: Wie fühlt sich das an, in die Heimat zurückzugehen?

ED: Meine Heimat ist wie ein Tal, sobald man hereinfährt bleibt all der Scheiß, der meine Industrie umgibt, draußen. Wissen Sie, ich werde in meiner Heimatstadt nicht anders behandelt als ich es noch vor 10 Jahren wurde. Jeder behandelt mich gleich, ich werde nie wirklich gestört; nie wirklich belästigt – außer, Touristen kommen! Dann werde ich belästigt. Aber nie von den Leuten, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich kann mit meinen Eltern in die Kneipe gehen und es wird die ganze Zeit nicht ein einziges Foto gemacht.

Q: Vermisst du etwas von der Zeit deiner Jugend dort?

ED: Ich finde meine Jugend war meine Jugend, ich würde nicht sagen es war eine gute oder eine schlechte Jugend. Sie war halt…Sie wissen schon, Ich habe eine Menge Fehler gemacht und hatte eine Menge Spaß. Sie ist nicht etwas, das ich vermisse; sie ist nichts, was ich noch einmal durchmachen wollen würde. Nicht aus irgendwelchen schlimmen Gründen, aber ich genieße mein jetziges Leben sehr und kann das Beste beider Welten haben. Ich kann in Suffolk leben, selbstständig sein und mein eigenes Ding durchziehen. Auch wenn ich auf meine Jugend mit einer irgendwie nostalgischen Fröhlichkeit zurückblicke, würde ich sie nicht noch einmal durchleben. Ich bin zurzeit definitiv glücklicher als ich es damals war.

Q: Wer sind deine Produzenten auf diesem Album?

ED: Der Großteil der Platte wurde mit Benny Blanco produziert, der tatsächlich auch der Ausgangspunkt zur Entstehung dieses Albums war, denn ich hatte gar nicht am dritten Album gearbeitet und er hat einfach einen Tourbus gemietet, ist während meiner Tour aufgekreuzt mitsamt Studio im Tourbus und meinte so: „Lass‘ mal ein paar Songs schreiben.“ Also hatten wir das Album gar nicht angefangen, bis er das gemacht hatte. Außerdem habe ich tatsächlich das erste Mal selber Songs auf diesem Album produziert. Ich hatte an James Blunts Album gearbeitet und entschieden, als Produzent selber das Ruder in die Hand zu nehmen und nachdem ich das gemacht hatte, hat es mir so viel Spaß gemacht, dass ich Songs meiner eigenen Platte neu angegangen bin – nur ich selbst, was spaßig war. Dann noch Steve Mac, der natürlich sowohl als Produzent als auch als Songschreiber eine Menge Erfolge feiern kann. Es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten. Johnny McDaid ist jemand mit dem ich recht viel an dem letzten Album gearbeitet habe, genau wie Benny. Dann gäbe es da bloß noch einen, das wäre Mike Elizondo. Er war hat den ganzen Dr. Dre Kram aus 2011 gemacht. Ist ziemlich cool, er ist für den Volkssong „Galway Girl“ verantwortlich. Ich habe mich um das Live-Element des Ganzen gekümmert, es ihm geschickt und er setzte dann einen fetten Beat und Synths dahinter und hat’s irgendwie gut klingen lassen.

Q: Wie viel Wahrheit steckt in den Songs?

ED: Ich gehe davon aus, dass alle Songs des Albums von einem Mädchen handeln…ja, alle Songs handeln von einem Mädchen, bis auf „Galway Girl“. „Galway Girl” handelt von niemandem, wir waren bloß mit der irischen Band im Studio und hatten alle Songs fertig an denen wir gearbeitet hatten, also schrieb ich ihn einfach um ihn zu schreiben; um sie auf noch einem Song spielen zu haben. Kam was Gutes bei raus. Aber alle anderen Songs handeln von einem Mädchen, ja. Es war immer echt, die davor waren nicht ausgedacht. Auch die waren ziemlich real. Ich habe diesen Albumtitel seit 2010, das war schon immer der Plan.

Q: Warum findet man außer “What Do I Know?” kein politisches Statement auf deinem Album?

ED: Ich finde das schlimmste auf der Welt ist, einen 25 Jährigen zu hören der auf einem verdammten Podest steht, auf Politik macht und Sachen wie „Das hier solltest du tun!“ von sich gibt, denn der Punkt dieses Songs ist: „Was weiß ich schon?“ Ich meine, ich lese nicht jeden Tag die Zeitung; ich schaue nicht jeden Tag die Nachrichten; ich bin jeden Tag in einem anderen Land – es ist was Anderes. Ich habe keinen gebildeten Geist um eine Gebildete Aussage zu liefern, also ist dieser Song meine Art, zu…Das einzige was ich weiß, ist dass das Wichtigste auf der Welt ist sich gegenseitig zu lieben. Wissen Sie, mich stört es nicht Bono zu sehen wie er politisch ist. I finde Bono ist belesen genug, die Dinge zu sagen die er sagt, er arbeitet mit der UN und man glaubt Bono einfach. Ein 25 Jahre alter Bursche aus Suffolk der 95% seines Lebens in anderen Ländern verbringt…Ich bin noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem ich mich hinstellen und ein durchdachtes Statement abgeben kann.

Q: Was hast du in deiner Musik-Pause gemacht?

ED: In meinem Jahr Urlaub war ich reisen. War in Island, Japan, Neu Seeland, Australien, Fiji, Ghana, Liberia, Italien, New York – ich weiß New York ist kein Land, aber ich meine im Grunde ist es das schon, es ist verdammt groß. Und hab‘ dann ein Album gemacht. Und das war’s irgendwie, ich habe sechs Monate mit Reisen und sechs Monate mit Albummachen verbracht. Es war ein Jahr weg vom Rampenlicht, aber ich habe in dem Jahr gearbeitet. Sonst hätten wir kein Album, über das wir jetzt reden könnten.

Q: Wie war es in der Zeit ohne Social-Media?

ED: Ich habe immer noch kein Handy. Ich bin es komplett losgeworden. Ich bin einfach viel präsenter in Gesprächen. Die Augen sind wie ein Magnet für’s Handy. Wenn dieses Gespräch vorbei ist – und ich mein Handy dabei hätte – würden Sie irgendwo da hingehen und wir beide würden uns direkt unseren Handy’s zuwenden, bis uns jemand davon löst. Aber nun, sobald dieses Gespräch vorbei ist würden wir vielleicht noch etwas mehr abseits der Kamera reden, ohne dass es irgendetwas damit zu tun hat, wie wir unsere Handy’s anstarren. Ich habe also gemerkt ich spreche einfach viel öfter mit Leuten. Wenn ich beispielsweise in einer Bar auf jemanden warte, rede ich mit jemandem, anstatt an meinem Handy zu sitzen. Oder denke nach. Es ist ‘ne tolle Sache, nachzudenken! Seht euch um und schaut wirklich mal was in der Welt passiert. Denn wenn man am Handy ist, sieht man entweder jemanden auf Instagram, der hübscher aussieht als man selbst und wird total unsicher deswegen oder man sieht wie die Welt den Bach runter geht – Es ist nicht gerade ein positiver Ort, so ein Handy. Es ist ein sehr hemmender, zum Selbsthass anregender Ort, während bloß zu existieren und zu schauen, wie schön die Welt ist, auch eine gute Sache ist. Ich habe allerdings noch einen Laptop um Emails und so weiter zu checken, das ist also meine Art mit Leuten in Kontakt zu bleiben.

Q: Was hat dich am meisten während der letzten Jahre verändert?

ED: Der Wendepunkt für mich ab dem Alter von 17 Jahren bis jetzt; der Wendepunkt an dem sich beobachten konnte, dass die Dinge sich ändern und ich erfolgreicher wurde, war als ich aufhörte, mich verrückt zu machen und nicht mehr auf die Zustimmung anderer aus war. Als ich 17 war, wartete ich darauf, dass eine Plattenfirma mich unter Vertrag nimmt und veränderte meine Songs, sodass eine Plattenfirma denken würde, sie klängen wie James Blunt. Im Sinne von: „James Blunt war sehr erfolgreich und dieser Typ klingt genau so, wir nehmen ihn unter Vertrag.“ Und das funktioniert nie. Zu versuchen es anderen Recht zu machen hat nie geklappt und in dem Moment, als ich einen auf „Ist mir mittlerweile egal, ich will einfach Songs spielen die ich mag“ gemacht habe, hatte ich plötzlich ganz viel Erfolg. Und diese Einstellung zu haben, „Ich tue Dinge für mich“: Ich schreibe Songs für mich, Ich spiele Auftritte für mich, Ich gebe Interviews für mich. In dem Moment, in dem man aufhört zu versuchen anderen gerecht zu werden, hat man meiner Meinung nach Erfolg, denn dann arbeitet man auch am härtesten, weil man wirklich will dass es funktioniert, wenn es von einem selber kommt. Doch wenn man es tut um jemand anderes glücklich zu machen, erfüllt es einen nicht unbedingt. Wenn Ich zum Beispiel dieses Interview geben würde, weil meine Plattenfirma mich darum gebeten hat, würde ich kaum so ausführlich reden, sondern bloß Ein-Wort-Antworten geben. Aber weil ich zu meiner Plattenfirma meinte: „Ich will das Album rausbringen, lasst uns einen Haufen Interviews machen“…macht das Ganze irgendwie anders, keine Ahnung. Ich glaube also der Zeitpunkt an dem ich anfing Erfolg zu haben, war als ich den kleinen Knopf der sich kümmerte abgestellt habe.

Q: Warum kommst du in Deutschland so gut an?

ED: Für mich ist das verrückte an Deutschland, dass das erste Album hier einfach nicht funktionieren wollte. Dabei bin ich öfter nach Deutschland gekommen als sonst wo auf der Welt. Ich hatte so 50 oder 60 Promotage in Deutschland und jedes Mal wenn ich zurückkam, hatten die Leute mit denen ich zusammenarbeitete diesen irgendwie traurigen Ausdruck, im Sinne von „Eh, danke für’s zurückkommen, wir gehen heute mal dieses Interview machen.“ Es war wie ein aussichtsloser Kampf. Und eines Tages, über Nacht, ist es dann passiert. Und jetzt ist Deutschland einer meiner größten Märkte – also niemals aufgeben! Es immer wieder versuchen. Ich liebe es. Es war eines dieser Länder, wo ich es echt schade fand, dass das Album nicht durchgestartet ist, denn ich liebe dieses Land so sehr. Ich liebe die Leute, ich liebe das Bier, ich liebe das Essen, Ich liebe die ganze Kultur. Als das Album sich nicht so gut machte, meinte ich „Oh mein Gott, wir sollten noch mal zurückgehen und es weiter versuchen!“ Und jetzt hat es geklappt. Es ist super, ich darf hier für zwei oder drei Wochen auf Tour gehen und viel Zeit hier verbringen.

Q: Übt der Erfolg viel Druck auf dich aus?

ED: Ich spüre mehr Druck von den Leuten an der Spitze der Plattenfirma, denn deren Art von Jobs hängen davon ab, als dass ich Druck von mir selbst aus spüre. Schließlich weiß ich, dass das Album so gut ist wie es mir möglich war, aber jetzt gibt es Leute die mir sagen: „So sehen die Ausgaben für’s nächste Jahr aus, es sollte also lieber gut sein.“ Aber ich denke es läuft, niemand macht sich sorgen. Wir sollten nicht überheblich werden, aber die Dinge auch nicht überdenken.

Q: Wieso hast du so viel abgenommen?

ED: Ausgangspunkt dafür, Gewicht zu verlieren, war…Ich trage Jeans Größe 32 und letztes Jahr war ich 38. Und habe einfach in nichts mehr gepasst und mich geweigert, mehr Jeans zu kaufen. Ich wollte nicht auf „Nö, ich bin jetzt halt Fettsack“ machen. Das war’s eigentlich. Ich habe mich aber nicht großartig verändert. Meine Freundin spielt Hockey, deswegen trainiert sie jeden Tag für 15 Minuten. Sie geht laufen – 15 Minuten, mehr nicht. Also habe ich eines Tages einfach mitgemacht und angefangen, jeden Tag 15 Minuten Sport zu machen. Und langsam aber sicher – man muss es halt jeden Tag machen – aber langsam aber sicher nimmt man ab. Allerdings habe ich meine Ernährung kaum verändert, oder das Trinken. Ich habe sonst einfach niemals je trainiert. Der einzige Grund, warum ich vorher schlank war, war weil ich während der Tour jeden Abend auf der Bühne stand und da bewegt man sich halt, doch sobald man damit aufhört sollte man schon sichergehen, dass man sich weiterhin körperlich betätig

 

 

(Fotos und Interview: Warner Music)

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